Hacktoberfest 2026, Tag 3: Workshops
Teil 3 von 3 zum Shopware Hacktoberfest 2026 auf dem Campus in Schöppingen. Teil 1 handelt vom Open Campus am Vorabend, Teil 2 vom Vortragstag mit Shopware 6.8 und KI-Agenten.
Ein Tag, den ich verpasst habe
Der Freitag war als Workshop-Tag angelegt, und ich war nicht dabei. Aus persönlichen Gründen musste ich kurzfristig absagen, nach zwei Tagen, die sich gelohnt hatten. Dieser dritte Teil ist deshalb kein Erfahrungsbericht. Er hält fest, was auf dem Programm stand, ordnet es mit dem ein, was am Donnerstag auf der Bühne dazu gesagt wurde, und schließt die Serie mit dem, was von den drei Tagen bleibt. Berichte anderer Teilnehmer habe ich bis zum 14. Oktober nicht gefunden; sobald welche auftauchen, verlinke ich sie hier.
Nexus zum Anfassen
Um 9 Uhr begann der Nexus-Workshop mit Albert Scherman, angekündigt als Hands-on: erst vorführen, dann selbst ausprobieren. Nexus war am Donnerstag das Produkt, das Moritz Naczenski am ausführlichsten vorgestellt hatte, und der Grund dafür ist in vielen Shops derselbe. ERP, PIM, Auftragsverwaltung und CRM hängen über Jahre gewachsene Middleware, Skripte und Plugins am Shop, und jedes neue System macht das Geflecht dichter. Nexus setzt eine Orchestrierungs-Schicht darüber, die Ereignisse dieser Systeme verbindet und Abläufe in einer visuellen Oberfläche automatisiert. Für den Rest des Jahres sind KI-Unterstützung beim Bauen von Workflows, Open-Source-Connectoren und ein Connector-Marktplatz angekündigt.

Was ich im Workshop geprüft hätte: Wie viel von einer typischen Warenwirtschafts-Anbindung lässt sich in Nexus abbilden, und wo fängt wieder eigener Code an? Ein visueller Workflow-Editor ist für Standardfälle ein Gewinn, bei Preislogik, Bestandsregeln und Sonderfällen aus zwanzig Jahren Warenwirtschaft wird es interessant. Die Antwort kenne ich noch nicht. Sie steht auf der Liste für das nächste Projekt, in dem eine Integration ansteht.
Coding-Agenten auf großen Codebasen steuern
Um 11 Uhr folgte Martin Bens mit „Steering Coding Agents on Complex Projects". Die Ankündigung räumte mit einer Halbwahrheit auf, die mir aus dem eigenen Alltag vertraut ist: Prompts seien projektspezifisch und schwer übertragbar. Tatsächlich liegt der eigentliche Kontext im Code, in der Dokumentation und in den Tests, die Prompts selbst sind oft erstaunlich generisch. Der praktische Teil sollte zeigen, wie man den Entwicklungsprozess steuert, um Overengineering zu vermeiden, und wie Agenten-Tooling und Anweisungen parallel zum Code wachsen, mit Beispielen aus komplexen, langlebigen Codebasen.
Das ist genau die Lücke zwischen den drei Agenten-Sessions vom Donnerstag. Marco Podien hatte gezeigt, dass mehr Skills nicht automatisch besser sind, Christian Dangl, wie ein Team aus Agenten-Personas an einem echten Projekt arbeitet. Das Werkzeug dahinter, Sightdeck AI, ein macOS-Programm, das Aufgaben für Claude Code zerlegt, parallel laufen lässt und mit Tests, Reviews und Definition of Done absichert, habe ich am Tag nach dem Vortrag abonniert und installiert. Ob es sich in meinem Alltag bewährt, ist ein eigener Beitrag wert. Der Schritt dazwischen, einen bestehenden Shop mit zehn Jahren Geschichte so aufzubereiten, dass ein Agent darin sicher arbeitet, ist der, an dem die meisten Projekte hängen. Meine eigene Antwort darauf steht im Pareto-Beitrag: Der Aufwand wandert vom Schreiben zum Prüfen, und das Prüfen braucht Struktur, die vorher da sein muss.

Back to Basics: ein Plugin von Grund auf
Um 13 Uhr stand Soner mit „Back to Basics" auf dem Plan, ein klassischer Workshop, in dem Schritt für Schritt ein Shopware-Plugin von null entsteht. Die Ankündigung sagte „We heard you", das Format war also ein Wunsch aus der Community. Ich verstehe den Wunsch. Zwischen Agenten, Nexus und Feature-Flags geht leicht unter, dass die Grundlagen die Arbeit tragen: Plugin-Struktur, Service-Registrierung, Events, Migrationen, Storefront- und Administration-Erweiterung.
Mein erster Workshop dieser Art war das Developer Training im August 2019 im selben Gebäude, damals zu einem Shopware 6, das noch kein Jahr alt war. Was sich seitdem verschoben hat, zeigten die Folien vom Donnerstag: Seit 6.7.14 beschreiben PHP-Attribute kommende API-Änderungen direkt am Code, ein Major-Flag lässt die Testsuite schon heute gegen das Verhalten von 6.8 laufen, und für Plugins, die mehrere Versionen tragen müssen, gibt es einen Polyfill-Ansatz. Die Wartungsschleife ist dieselbe wie 2019, nur das Werkzeug dafür ist erwachsen geworden.

Um 14 Uhr schloss das Wrap-up den Tag, der Shuttle nach Münster fuhr um halb drei. Für meine Plugin-Projekte bleibt vom Freitag der Vorsatz, die Grundlagen-Dokumentation einmal mit Soners Blick zu lesen: Was würde ein Workshop heute anders aufbauen als 2019?
Mal wieder in Schöppingen
Mit dem Hacktoberfest war ich mal wieder in Schöppingen, und die Beiträge aus den vergangenen Jahren erzählen nebenbei, wie Shopware 6 für mich angefangen hat. Im August 2019 kam zuerst das Template-Training mit Twig, Bootstrap und SCSS, zwei Wochen später das Developer Training zu Architektur, Data Abstraction Layer und Plugin-System. Im Oktober 2019 folgte die Partner-Schulung, die geschäftliche Seite zu den technischen Trainings; die Partnerschaft bestand von 2019 bis 2025. 2022 waren es die Boost Days, zwei Tage Hackathon mit rund 40 Leuten vor Ort und einem Abend in einer Arcade-Halle.
2019 war jeder Besuch ein Einstieg: neue Plattform, neue Begriffe, Zertifizierungsprüfungen danach. 2026 ist der Campus ein Ort, an dem man Leute wiedersieht, mit denen man seit Jahren an denselben Problemen arbeitet. Rico, Fabian, Carmen, Claudia und viele andere, dazu Mitarbeiter von Agenturen und Plugin-Herstellern wie Acris, die in großer Zahl da waren. Die Gespräche dazwischen, beim Essen und abends mit einem Getränk in der Hand, waren für mich so wertvoll wie die Vorträge, und sie sind der Grund, warum das Hacktoberfest wieder ein sehr gut organisiertes Event war. Die Themen heißen dabei nicht mehr „wie funktioniert das", sondern „wie bleibt das wartbar". Der Satz, der für mich über den drei Tagen steht, stand am Donnerstag auf einer Folie: Jede Funktion, die Shopware ausliefert, ist eine weniger, die man selbst bauen und pflegen muss. Daran wird sich 6.8 messen lassen, und daran, wie klein das Upgrade wird, wenn die Vorarbeit auf 6.7 gemacht ist.
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Über den Autor
Ralf Siepker
Senior Software-Entwickler & Solution Architect mit Erfahrung aus 150+ Projekten, Schwerpunkt Shopware 6 und Laravel. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert.
Aktuelle Verfügbarkeit · Eingeschränkt
Freie Kapazität ab 01.01.2027
Kapazität ist knapp. Kleinere Aufgaben gehen meist trotzdem.
Kleineres Vorhaben? Direkt zu Shopware, Laravel, PHP-Fullstack.
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