Hacktoberfest 2026, Tag 1: Open Campus
Teil 1 von 3 zum Shopware Hacktoberfest 2026 auf dem Campus in Schöppingen. Der zweite Teil zu den Vorträgen und der dritte zu den Workshops folgen nach den jeweiligen Tagen.
Ankommen auf dem Campus
Das Hacktoberfest läuft über drei Tage, und der erste davon ist bewusst kein Konferenztag. Open Campus heißt: Ab 16 Uhr sind die Türen offen, es gibt Essen, Getränke und Platz zum Sitzen, und wer kommt, kommt zum Reden. Vorträge und Workshops folgen erst am Donnerstag und Freitag.
Für mich ist der Weg nach Schöppingen kurz, gut 30 Kilometer, eine halbe Stunde Fahrt. Das war schon bei den Boost Days 2022 der Grund, den Vorabend mitzunehmen, und das Argument hat sich nicht geändert: Wer sich am ersten Abend schon unterhalten hat, steht am nächsten Morgen nicht vor lauter Fremden. Diesmal ist es mein fünfter Besuch auf dem Campus, nach den Schulungen 2019 und dem Hackathon 2022.
Das Wetter hat mitgespielt. Anfang Oktober, trocken, mild genug, um bis in die Dämmerung draußen zu sitzen. Der Parkplatz vor dem Gebäude war gut gefüllt, der blaue Turm mit dem Logo leuchtete, und am Eingang stand schon eine Gruppe mit Getränken in der Hand.
Bekannte Gesichter, Pizza und ein Kaminfeuer auf der Leinwand
Der Abend war entspannt, und das ist als Lob gemeint. Es gab keinen Zeitplan, den man hätte verpassen können. Drinnen stand ein langes Buffet voller Pizzakartons, es war reichlich da, draußen die kühlen Getränke, und dazwischen liefen die Gespräche, die man sich das Jahr über aufgehoben hat.

Was mir an solchen Abenden am meisten bringt, sind die Wiedersehen. Viele Gesichter kenne ich seit Jahren, von den Boost Days, von der UnConference 2023, aus Projekten, in denen man sich als Dienstleister über den Weg gelaufen ist. Man muss sich nicht vorstellen, man setzt das Gespräch vom letzten Mal fort. Woran arbeitest du gerade, was macht Shopware 6.7 in deinen Projekten, wie geht ihr mit KI-Tools um. Das sind keine Smalltalk-Fragen, das ist der Teil der Branche, der in keinem Changelog steht.
Die Halle, in der am nächsten Tag die Vorträge laufen, war am Abend schon vorbereitet: runde Tische, Stühle, auf jedem Tisch eine kleine Herde Plüsch-Elefanten in Blau und Lila, und auf der großen Leinwand lief statt Folien ein Video mit flackerndem Kaminfeuer. Ein kleines Detail, aber es setzt den Ton für den ganzen Abend.

Soner zeigt neue Befehle der Shopware CLI
Später am Abend wurde es dann doch noch technisch. Soner Sayakci, bei Shopware für das Developer-Tooling zuständig und Maintainer der Shopware CLI, stellte auf der Bühne neue Funktionen vor und bat ausdrücklich um Feedback. Kein Vortrag mit Folien, sondern ein Terminal auf der Leinwand und eine Runde, die aus den Stuhlreihen heraus Fragen stellte.

Gezeigt hat er den Deployment-Teil der CLI, der in den Releases seit Ende September als experimentell markiert ist. Die Idee: Ein Projekt wird in ein unveränderliches Deployment-Artefakt gepackt, und das Ausrollen auf eine Umgebung ist davon getrennt. Auf der Leinwand standen die Unterbefehle, die dazugehören: create und package für das Artefakt, init für eine Umgebung, rollout für das Ausrollen, rollback zum Zurückschalten auf einen bereits vorhandenen Stand, dazu list, logs und prune zum Aufräumen alter Deployments. Umgebungen werden in der Projekt-Konfiguration beschrieben und per --env angesprochen, lokale Docker-Umgebungen ebenso wie Ziele per SSH.

Für mich ist das ein interessanter Schritt, weil Deployments bei Shopware-Projekten bisher jede Agentur und jeder Freelancer selbst zusammenbaut. Ich nutze dafür den PHP Deployer, andere nehmen GitLab-Pipelines oder Shell-Skripte, und jedes Projekt hat seine eigene Handschrift. Wenn die CLI dafür einen gemeinsamen Nenner liefert, der mit dem Deployment Helper zusammenspielt, ist das ein Gewinn an Verlässlichkeit, vor allem beim Rollback. Was davon in welcher Form bleibt, entscheidet sich an genau dem Feedback, das Soner an diesem Abend eingesammelt hat. Ausprobieren will ich es zuerst an einem eigenen Projekt, bevor es in einem Kundenprojekt zum Einsatz kommt.
Was von Tag 1 bleibt
Ein Open Campus ist kein Programmpunkt, den man verpasst hätte, wenn man ihn auslässt. Aber er ist der Teil, der den beiden folgenden Tagen ihren Wert gibt. Die Gespräche von heute Abend sind morgen die Fragen, die man nach dem Vortrag stellt, und die Namen, die man beim BBQ wiederfindet.
Mein Fazit nach dem ersten Abend: Die beste Dokumentation ist immer noch die Person, die den Code geschrieben hat, drei Meter entfernt und mit einem Stück Pizza in der Hand.
Morgen geht es um 9 Uhr mit den Vorträgen weiter, unter anderem mit dem Ausblick auf Shopware 6.8. Davon mehr im zweiten Teil.
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Über den Autor
Ralf Siepker
Senior Software-Entwickler & Solution Architect mit Erfahrung aus 150+ Projekten, Schwerpunkt Shopware 6 und Laravel. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert.
Aktuelle Verfügbarkeit · Eingeschränkt
Freie Kapazität ab 01.01.2027
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