Shopware 6.7.8: Neuerungen im März
Medien, Abläufe und Preise
Shopware hat am 3. März 2026 die Version 6.7.8 veröffentlicht, das nächste Monats-Update im 6.7-Zweig. Drei Themen prägen das Release: Videos werden vollwertig, interne Abläufe im Admin werden nachvollziehbarer, und der B2B-Bereich bekommt eine flexible Preisengine. Der Beitrag ordnet ein, was 6.7.8 konkret dazulegt; die Grundlagen des Zweigs stehen in der Einordnung zum Major-Release 6.7.
Zum Nachlesen: die Release News von Shopware für die Händler-Sicht und die Release-Notes auf GitHub für alle Code-Änderungen.
Was im Shop sichtbar wird
Videos werden ein eigener Medientyp. Bisher waren Videos in Shopware ein Sonderfall, jetzt verwaltet der Media Manager sie als vollwertigen Medientyp neben Bildern. Der Upload läuft im Hintergrund mit Fortschrittsanzeige, und für Produkte und CMS-Seiten lassen sich Wiedergabeoptionen einstellen. Für Shops, die Produkte im Bewegtbild zeigen wollen, entfällt damit die Bastelei mit eingebetteten Fremdplayern.
Interne Abläufe werden nachvollziehbar. Bei einem Wechsel des Bestellstatus lässt sich jetzt ein interner Kommentar hinterlegen, der nur für das Team im Admin sichtbar ist, nicht für den Kunden. So bleibt festgehalten, warum eine Bestellung storniert oder zurückgestellt wurde. Ergänzend lassen sich Produkt-Streams, also die automatisch nach Regeln befüllten Produktlisten, als intern kennzeichnen und damit aus den operativen Listen ausblenden. Beides bringt Ordnung in die tägliche Arbeit größerer Teams.
Dazu kommt Feinschliff in der Storefront: Verkaufs- und Verpackungsangaben erscheinen jetzt korrekt auch bei Produkten mit erweiterten Preisregeln, das Navigations-Flyout passt sich flexibel an drei oder vier Spalten an, und der Variantenwechsel in den Erlebniswelten arbeitet zuverlässiger. Bei der Barrierefreiheit werden statische Hinweisboxen jetzt vom Screenreader vorgelesen, gesteuert über einen neuen Parameter. Für die Theme-Arbeit stehen die Standard-Breakpoints, also die Umbruchpunkte für verschiedene Bildschirmgrößen, jetzt direkt in der Theme-Konfiguration zur Verfügung.
B2B: Individuelle Preise nach Regeln
Die B2B Components bekommen mit 6.7.8 das Individual Pricing, eine regelbasierte Preisengine für kundenspezifische Preisbücher. Rabatte lassen sich prozentual, als fester Betrag oder gestaffelt vergeben, jeweils auf Basis definierter Regeln, und sich gezielt Organisationseinheiten oder Kunden-Tags zuordnen. Damit lässt sich die im B2B übliche individuelle Preisgestaltung im Shop abbilden, statt sie außerhalb des Systems zu pflegen. Zusammen mit den Organisationseinheiten aus 6.7.1 und den Budgets aus 6.7.4 rundet das den B2B-Werkzeugkasten weiter ab.
Für Entwickler
Unter der Oberfläche liegt der Schwerpunkt auf Query-Performance. Die Generierung von Abfragen für verschachtelte Filter nutzt jetzt effizientere EXISTS-Subqueries statt mehrerer JOINs; vereinfacht gesagt prüft die Datenbank nur noch, ob passende Zeilen existieren, statt große Tabellen aufwendig zu verknüpfen, was bei komplexen Filtern spürbar schneller ist. Der Category Indexer, der die Kategoriedaten für die Anzeige aufbereitet, wurde weiter optimiert, ein Schritt, der die Arbeit aus 6.7.6 fortsetzt.
Dazu kommt die Aktualisierung von doctrine/dbal auf Version 4.4, der Datenbank-Abstraktionsschicht, und eine verbesserte Prüfung der Primärschlüssel im dal:validate-Befehl.
Sicherheits- und stabilitätsrelevant ist die Behebung eines Session-Deadlocks beim dateibasierten Session-Handler, bei dem sich zwei Sperren gegenseitig blockieren konnten; ergänzend lässt sich der Schutz gegen den sogenannten Cache Stampede, also das gleichzeitige Neuberechnen desselben Cache-Eintrags durch viele Anfragen, bei Bedarf abschalten. Für den Betrieb großer Kataloge lassen sich die Shard- und Replica-Zahlen von Elasticsearch jetzt über Umgebungsvariablen einstellen, und eine neue Hilfsklasse erleichtert Tabellenprüfungen. Die vollständige Liste der Änderungen und Deprecations steht in den Release-Notes oben.
Reibungslos einspielen
Ein Minor-Update innerhalb des 6.7-Zweigs, hier von 6.7.7 auf 6.7.8, ändert keine Datenbankstruktur im großen Stil und keine Template-Grundlagen. Das Risiko für bestehende Plugins und Themes ist entsprechend überschaubar. Das übliche Vorgehen gilt trotzdem: vorher ein vollständiges Backup von Datenbank und Dateien, danach die Caches leeren und die wichtigsten Abläufe im Shop einmal durchklicken. Wer einen größeren Shop mit vielen Plugins betreibt, testet solche Updates am besten vorab auf einem Staging-System, bevor sie live gehen. Wer Videos in der Storefront einsetzen möchte, sollte den neuen Medientyp nach dem Update einmal mit einer Testseite ausprobieren.
Der eigentliche Wert dieser monatlichen Releases zeigt sich in der Summe. Einzeln wirkt jede Neuerung überschaubar, aber wer den Rhythmus hält, hat am Ende einen Shop, der mehr kann und geordneter läuft. Auf der Shopware-Seite gibt es dafür Wartungspakete mit regelmäßigem Update-Check, und wer noch auf einer älteren Shopware-Version steht und den Sprung auf einen aktuellen Zweig nicht allein gehen will, findet über die Wartung Unterstützung.
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Über den Autor
Ralf Siepker
Senior Software-Entwickler & Solution Architect mit Erfahrung aus 150+ Projekten, Schwerpunkt Shopware 6 und Laravel. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert.
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