Shopware 6.7.1: Neuerungen im Juli

Shopware 6.7.1: Neuerungen im Juli

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Der erste Minor nach dem großen Sprung

Shopware hat am 24. Juli 2025 die Version 6.7.1 veröffentlicht, das erste reguläre Feature- und Bugfix-Update nach dem Major-Release 6.7. Nach dem großen Umbau, der die technische Basis modernisiert hat, kehrt damit der gewohnte Monatsrhythmus zurück: viele kleine Verbesserungen statt tiefer Eingriffe. Wer den Hintergrund zum Versionssprung sucht, findet ihn in der Einordnung zum Major-Release 6.7; dieser Beitrag bleibt bei dem, was 6.7.1 konkret dazulegt.

Zum Nachlesen: die Release News von Shopware für die Händler-Sicht und die Release-Notes auf GitHub für alle Code-Änderungen.

Was im Shop sichtbar wird

Die robots.txt ist jetzt konfigurierbar. Shopware erzeugt die Datei, die Suchmaschinen sagt, welche Bereiche sie crawlen dürfen, künftig selbst und macht sie in der Administration bearbeitbar. Vorher war das ein Fall für Server-Konfiguration oder ein zusätzliches Plugin; jetzt lässt sich der Zugriff direkt im Admin steuern, was für die Suchmaschinen-Optimierung ein spürbarer Komfortgewinn ist.

Das Maßsystem lässt sich pro Verkaufskanal festlegen. Ein Shop kann jetzt global, pro Sales Channel oder gezielt pro Domain zwischen metrischem und imperialem System wählen. Für Händler, die neben dem europäischen auch einen Markt mit Zoll und Pfund bedienen, entfällt damit eine Bastelei, die vorher über eigene Anpassungen gelöst werden musste.

Die Darstellung von 3D- und AR-Inhalten wird besser. AR, also Augmented Reality, blendet ein Produkt über die Handykamera in den realen Raum ein. Beim Scannen des QR-Codes öffnet sich die AR-Ansicht jetzt direkt, und 3D-Modelle lassen sich an Wänden platzieren, nicht mehr nur auf dem Boden. Dazu kommt ein Vorschau-Generator, der aus einer 3D-Datei automatisch ein statisches Vorschaubild erzeugt, sodass ein Modell auch dort ein sauberes Bild hat, wo die 3D-Ansicht nicht greift.

Im Detail wird die Bedienung runder. In der Administration bekommt die Kundenliste eine Spalte mit dem Anlagedatum, und Produkte lassen sich über einen Filter nach ihrer Produktnummer finden, was in großen Katalogen Sucharbeit spart. Im Seitenbaukasten wurde die Auswahl der Inhaltsbereiche verbessert, sodass weniger Fehlklicks passieren. Und verlinkte Landingpages in der Fußzeilen-Navigation erhalten jetzt saubere SEO-URLs, also lesbare Adressen statt technischer Parameter, was der Auffindbarkeit in Suchmaschinen zugutekommt.

Einige der im Juli beworbenen Neuerungen sind an die kommerziellen Pläne gebunden und nicht Teil der frei verfügbaren Community-Edition: der chatbasierte Assistent Copilot in der Administration und ein KI-gestützter Bildeditor gehören zum Rise-Plan und höher. Das gehört zur ehrlichen Einordnung dazu, damit die Erwartung an die eigene Installation stimmt.

B2B: Struktur für größere Kunden

Für die B2B Components bringt 6.7.1 die Organisationseinheiten. Damit lassen sich Geschäftskunden intern in Abteilungen, Teams oder Standorte gliedern, jeweils mit eigener Zuordnung von Zahlungs- und Versandarten. Ergänzend lässt sich über erweiterte Produktkataloge steuern, welche Kategorien eine einzelne Organisationseinheit überhaupt sehen und bestellen darf. Für Unternehmen mit verzweigten Einkaufsstrukturen bildet das die Realität im Shop ab, statt alle Besteller in einen Topf zu werfen. Wer den Beyond-Plan nutzt, kann außerdem Lieferzeiten pro Lagerhausgruppe getrennt definieren.

Für Entwickler

Unter der Oberfläche setzt 6.7.1 die Richtung des Major fort. Die Session-Behandlung wurde weiter aufgeräumt: Das Verhalten beim Starten einer Session ist korrigiert, ein Schritt in dieselbe Richtung wie die spätere zustandslose Store API. Für das Zwischenspeichern über Varnish erzeugt Shopware die URLs für ESI-Includes jetzt anders, um HTTPS-Probleme zu vermeiden; ESI, die Edge Side Includes, sind das Verfahren, mit dem sich einzelne Seitenbausteine getrennt cachen lassen.

In dem Data Abstraction Layer (DAL), der Zugriffsschicht auf die Datenbank, gibt es neue Kurzformen für den Not-Equals-Filter, also die Abfrage auf "ungleich", und eine Erweiterung für die Preisberechnung. Die EntityExtension bekommt eine Methode, um Felder bestehender Entitäten gezielt zu verändern, und ein neuer ACL-Hook-Service erlaubt es, in die Rechteprüfung einzugreifen. Dazu kommen eine neue Version der Medien-Upload-API und mehrere Verbesserungen am Elasticsearch-Scoring, dem Bewertungsverfahren, das die Reihenfolge der Suchtreffer bestimmt.

Für mehr Stabilität sorgt eine Sperre auf den warenkorb-verändernden Routen, die verhindert, dass gleichzeitige Anfragen desselben Warenkorbs sich in die Quere kommen. Der dal:validate-Befehl, mit dem sich das Datenmodell prüfen lässt, versteht jetzt eine Namespace-Option, um die Prüfung auf einen Bereich einzugrenzen, und die Authentifizierung für Dokument-Downloads über die Store API wurde korrigiert. Wie üblich markiert Shopware auch hier einzelne ältere Schnittstellen als veraltet; die vollständige Liste steht in den Release-Notes oben.

Einspielen ohne großes Risiko

Ein Minor-Update innerhalb des 6.7-Zweigs, hier von 6.7.0 auf 6.7.1, ändert keine Datenbankstruktur im großen Stil und keine Template-Grundlagen. Das Risiko für bestehende Plugins und Themes ist entsprechend überschaubar. Trotzdem gilt das übliche Vorgehen: vorher ein vollständiges Backup von Datenbank und Dateien, danach die Caches leeren und die wichtigsten Abläufe im Shop einmal durchklicken. Wer eigene Erweiterungen einsetzt, prüft sie kurz gegen die als veraltet markierten Schnittstellen.

Gerade nach einem Major lohnt es sich, den ersten Minor zeitnah einzuspielen: Er glättet die Kanten, die im großen Sprung noch offen waren, und hält den Shop auf dem Zweig aktuell. Auf der Shopware-Seite gibt es dafür Wartungspakete mit regelmäßigem Update-Check, und wer noch auf einer älteren Shopware-Version steht und den Sprung auf einen aktuellen Zweig nicht allein gehen will, findet über die Wartung Unterstützung.

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Shopware Release Update Shopware 6.7
Ralf Siepker

Über den Autor

Ralf Siepker

Senior Software-Entwickler & Solution Architect mit Erfahrung aus 150+ Projekten, Schwerpunkt Shopware 6 und Laravel. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert.

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