Shopware 6.7.15: Neuerungen im Oktober

Shopware 6.7.15: Neuerungen im Oktober

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Ein Feature-Release im monatlichen Takt

Shopware hat am 1. Oktober 2026 die Version 6.7.15 veröffentlicht. Wie jeden Monat ist das ein Feature- und Bugfix-Update innerhalb des 6.7-Zweigs, der Schritt von 6.7.14 auf 6.7.15 also ein Zwischenschritt und kein Generationswechsel. Der steht erst mit 6.8 an. Diesmal fällt der Zwischenschritt allerdings größer aus als gewohnt, weil Shopware die Oberfläche der Administration umgebaut hat und eine neue Belegerzeugung als Vorschau mitliefert.

Zum Nachlesen: die Release News von Shopware für die Händler-Sicht und das vollständige Original-Changelog auf GitHub für alle Code-Änderungen.

Was in der Administration sichtbar wird

Die Navigation ist neu gestaltet. Hauptmenü, Kopfleiste, Suchleiste und die sogenannte Smart Bar über den Modulen wurden überarbeitet: engere Abstände, deutlichere Markierung des aktiven Bereichs, ruhigere Animationen bei Untermenüs. Das Menü lässt sich einklappen und wandert auf schmalen Bildschirmen in eine Off-Canvas-Ansicht. Die Tastaturbedienung wurde durchgängig verbessert, mit sichtbaren Fokuszuständen und zwei neuen Kürzeln: S klappt die Navigation ein und aus, C T wechselt das Erscheinungsbild. Beide standen beim Tastenkürzel-Überblick vor einer Woche noch im Entwicklungszweig, jetzt sind sie da.

Dark Mode, als experimentelles Feature. Die Administration kennt jetzt ein dunkles Erscheinungsbild, wählbar zwischen hell, dunkel und der Systemeinstellung des Betriebssystems. Die Wahl wird pro Benutzer gespeichert und in den Profileinstellungen geändert. Shopware kennzeichnet den Modus als experimentell, einzelne Stellen können also noch unstimmig aussehen. Im selben Zug verlieren die Modul-Icons im Hauptmenü ihre Modulfarben und erscheinen neutral; wer die bunte Variante vermisst, schaltet sie unter Profileinstellungen, Benutzeroberfläche wieder ein.

Erweiterungen lassen sich gesammelt verwalten. Unter „Meine Erweiterungen" lassen sich mehrere Extensions markieren und in einem Schritt installieren, aktivieren, deaktivieren, aktualisieren oder deinstallieren. Die Leiste zeigt an, auf wie viele der markierten Erweiterungen eine Aktion zutrifft, und die Liste lädt einmal am Ende neu statt nach jeder einzelnen Erweiterung. Für Shops mit vielen Plugins spart das bei jedem Update-Lauf spürbar Zeit.

Bestellbestätigung bei Admin-Bestellungen ist abschaltbar. Wer eine Bestellung direkt in der Administration anlegt, findet im letzten Schritt den Schalter „Bestellbestätigung per E-Mail an den Kunden senden". Er ist standardmäßig an, das bisherige Verhalten bleibt also; abgeschaltet entsteht die Bestellung ohne Mail. Für Nacherfassungen aus dem Telefonverkauf oder Testbestellungen ist das der fehlende Handgriff.

Versandpreise rechnen brutto und netto zusammen. Die Preismatrix der Versandarten nutzt pro Währung jetzt dasselbe Preisfeld wie Produkte: Brutto und Netto lassen sich koppeln, der Nettopreis wird über den Steuersatz der Versandart berechnet. Neue Versandpreise sind gekoppelt, bestehende behalten ihren Zustand.

GARAN-Label und Gewährleistungshinweis

Das GARAN-Label, die seit 27. September 2026 geltende EU-Garantiekennzeichnung, kam mit 6.7.14 ins System und bekommt jetzt drei Nachbesserungen. In der Bestellbestätigungs-Mail wird das Label als eingebettetes PNG statt als SVG-Daten-URI mitgeschickt, weil Gmail und Outlook SVG in Mails nicht anzeigen. Es hat jetzt feste Maße und sitzt in der Zeile des zugehörigen Artikels statt auf einer eigenen Zeile über die ganze Mailbreite. Und die Garantiedauer ist auf 600 Monate begrenzt, also 50 Jahre; höhere Bestandswerte bleiben stehen, bis das Produkt das nächste Mal gespeichert wird. Wichtig für Shops mit angepasster Bestätigungs-Mail: Die Migration greift nur bei unveränderten Vorlagen, bei eigenen Vorlagen muss der Label-Block aus der Standardvorlage von Hand übernommen werden. Der Gewährleistungshinweis erscheint außerdem jetzt auch bei der Registrierung und anderen Formularen mit AGB-Bestätigung.

Was Kunden in der Storefront merken

Der Kaufen-Button zeigt einen Ladeindikator, solange der Artikel in den Warenkorb wandert, und ist in der Zeit gesperrt, sodass ein zweiter Klick das Produkt nicht doppelt hinzufügt. Postleitzahlen werden gegen das Muster des gewählten Landes schon im Browser geprüft, nicht erst nach dem Absenden. Wer einen zweiten individuellen Code derselben Aktion eingibt, erhält einen klaren Hinweis statt einer allgemeinen Fehlermeldung. Und ein Fehler aus dem 6.7-Umbau ist behoben: Wurde eine Rabatt-Position aus einer Bestellung entfernt, etwa nach gescheiterter Zahlung, blieb der individuelle Code seit 6.7.0 dauerhaft verbraucht. Jetzt wird er wie in 6.6 wieder freigegeben.

Kleinere Punkte: Die Zustimmungen auf der Bestätigungsseite und der Kundenkommentar überleben einen Seitenwechsel innerhalb des Checkouts, aber nicht mehr die Browser-Sitzung. Breadcrumbs auf Produktseiten funktionieren wieder, wenn die Hauptkategorie in der Navigation ausgeblendet ist. Und das Ändern der Menge im Warenkorb per Pfeiltaste sendet das Formular nicht mehr bei jedem Tastendruck.

Für Entwickler

Belegerzeugung v2, experimentell und per Opt-in. Shopware liefert eine neue Implementierung für Rechnungen, Stornos, Lieferscheine und Gutschriften mit, aktiviert über das Feature-Flag DOCUMENT_GENERATION_REWORK. Ein Dokumenttyp erzeugt in einem Durchgang mehrere Formate, HTML, PDF, ZUGFeRD-XML und PDF mit eingebettetem XML, alle mit derselben Belegnummer. ZUGFeRD ist damit kein eigener Dokumenttyp mehr, sondern ein Format der Rechnung. Die Firmendaten auf Belegen wandern aus den Dokumenttypen in eine Karte „Unternehmensinformationen" unter Grundeinstellungen, pro Verkaufskanal; bestehende Werte werden nicht migriert, bei leerer Karte liest v2 die alten Einstellungen. Fehlen Pflichtangaben, bricht die Erzeugung mit klarem Fehler ab statt ein unvollständiges Dokument zu liefern. Neu sind sechs Admin-API-Routen unter document-v2, die Business Events document.generation.completed und document.generation.deleted als Flow-Builder-Trigger, Tagged Services für eigene Typen, Datenlieferanten und Renderer, und ein <documents>-Block im App-Manifest, über den Apps eigene Dokumenttypen anmelden. Der Fahrplan: 6.7 Opt-in, 6.8 Standard, 6.9 Entfernung der alten Implementierung.

Browser-Login für CLI-Werkzeuge. Die Admin API unterstützt den OAuth-2.0-Authorization-Code-Grant mit PKCE für öffentliche Clients wie shopware-cli. Der Nutzer meldet sich in der Administration an und bestätigt den Zugriff auf einer neuen Consent-Seite, das Werkzeug erhält Tokens mit den Rechten dieses Nutzers und muss weder Passwort noch Integrations-Secret speichern. Eigene Clients werden unter shopware.api.oauth_clients registriert. Passend dazu empfiehlt der Update-Assistent jetzt shopware-cli project upgrade als Standardweg; auf Cluster-Setups wird der Web-Installer gar nicht mehr angeboten, und wer Updates über seine Pipeline fährt, blendet das Update-Modul per shopware.auto_update.hide_module ganz aus.

Der Admin-Umbau hat Folgen für Erweiterungen. Eine Reihe von Twig-Blöcken im Hauptmenü, in der Versionsanzeige und in der Suchleiste ist entfernt, das Benutzermenü ist jetzt ein mt-action-menu-Dropdown und erwartet andere Kind-Elemente, und sw-page ist ein CSS-Container, wodurch position: fixed in Plugin-Inhalten relativ zur Seite statt zum Viewport wirkt. Die Preismatrix der Versandarten hat neues Markup. Wer Admin-Oberflächen überschreibt, sollte das Changelog Abschnitt für Abschnitt mit den eigenen Overrides abgleichen.

Weitere Erweiterungspunkte. Mit ProductListingCollectSortingEvent lassen sich Sortierungen für Produktlisten zur Laufzeit anmelden, JsonField::addPropertyMapping() erweitert JSON-Felder aus Entity-Extensions, und über CorsHeaderProviderInterface ergänzen Erweiterungen eigene CORS-Header für die API. Der MCP-Server, über den KI-Agenten Shop-Funktionen nutzen, nimmt Toolsets jetzt schon beim Verbindungsaufbau in der URL entgegen; intern läuft die Registrierung über das Symfony MCP Bundle, die Shopware-Tags für Tools bleiben gleich, direkte Zugriffe auf die Server-Dienste müssen auf neue Service-IDs umgestellt werden. Headless-Verkaufskanäle mit externer Storefront-Domain bekommen Sitemaps, und ihre SEO-URLs kommen per sw-include-seo-urls-Header in Store-API-Antworten.

Zwei Betriebsdetails verdienen Erwähnung. Bei konfigurierten Datenbank-Replikaten wechselt die Verbindung zwischen Requests wieder auf das Replikat zurück; in lang laufenden Prozessen wie dem FrankenPHP-Worker-Modus blieb sie bisher nach dem ersten Schreibzugriff dauerhaft auf der Primärdatenbank. Und Shopware führt das Attribut #[ExperimentalReplacement] ein: Klassen, deren Nachfolger noch experimentell ist, werden nicht mehr vorzeitig als veraltet markiert. Getestet ist das Release laut Changelog mit PHP 8.2, 8.4 und 8.5 sowie MySQL 8 und 9.7, MariaDB 11 und 12.

Für kommerzielle Pläne

Jenseits der Community Edition verlassen zwei Bausteine die Beta: Product Bundles erlauben jetzt Variantenauswahl und Mengenanpassung je Bestandteil, und Copilot Agentic gilt als stabil, deckt kommerzielle Features wie Advanced Search, Multi-Warehouse oder Abonnements ab und lässt sich eigenen ACL-Rollen zuweisen. Apps und Plugins können ihre Funktionen über MCP für Copilot bereitstellen. Shopware Analytics speichert Copilot-Abfragen als feste Metriken in eigenen Dashboards, und hochgeladene 3D-Dateien werden für die Storefront automatisch verkleinert.

Was das für den Betrieb heißt

Ein Minor-Update innerhalb des Zweigs ist normalerweise Routine. Dieses Mal lohnt ein Blick mehr, weil die Administration ihr Grundgerüst gewechselt hat: Jedes Plugin mit eigener Admin-Oberfläche gehört vor dem Update auf einer Staging-Umgebung durchgeklickt, besonders Menüeinträge, eigene Seiten und alles, was im Hauptmenü oder in der Suchleiste eingreift. Der Dark Mode ist ein Angebot, kein Zwang, und als experimentell markiert; die neue Belegerzeugung sollte vorerst nur auf Testsystemen laufen. Wer das Label in einer angepassten Bestätigungs-Mail nutzt, zieht den Block aus der Standardvorlage nach, sonst bleibt die Mail bei Gmail-Kunden ohne Label.

Ansonsten gilt das übliche Vorgehen: vollständiges Backup, Update, Caches leeren, die wichtigsten Abläufe prüfen. Wer die monatlichen Releases regelmäßig einspielt, hat bei solchen größeren Zwischenschritten den kleinsten Sprung. Auf der Shopware-Seite gibt es dafür Wartungspakete mit festem Update-Check, und wer vor einem größeren Rückstand steht, findet über die Wartung Unterstützung beim Aufholen.

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Shopware Release Update Shopware 6.7
Ralf Siepker

Über den Autor

Ralf Siepker

Senior Software-Entwickler & Solution Architect mit Erfahrung aus 150+ Projekten, Schwerpunkt Shopware 6 und Laravel. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert.

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