Shopware 6.7.14: Neuerungen im September

Shopware 6.7.14: Neuerungen im September

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Ein Feature-Release im monatlichen Takt

Shopware hat am 9. September 2026 die Version 6.7.14 veröffentlicht. Das ist ein reguläres Feature- und Bugfix-Update, wie es der 6.7-Zweig etwa im Monatsrhythmus bekommt. Der Sprung von 6.7.13 auf 6.7.14 ist deshalb kein großer Umbau, sondern ein Zwischenschritt mit vielen einzelnen Verbesserungen. Der eigentliche Generationswechsel steht erst mit 6.8 an, und der ist als Main-Update eine andere Hausnummer.

Zum Nachlesen: die Release News von Shopware für die Händler-Sicht und das vollständige Original-Changelog auf GitHub für alle Code-Änderungen.

Was im Shop sichtbar wird

Die neuen EU-Kennzeichnungen sind ab Werk dabei. Für den Verkauf physischer Waren an Verbraucher gelten ab dem 27. September 2026 zusätzliche EU-Informationspflichten. Shopware bringt dafür zwei native Funktionen mit, ohne dass eine Erweiterung nötig ist. Der gesetzliche Gewährleistungshinweis wird unter Einstellungen, Warenkorb-Einstellungen, Checkout aktiviert, lässt sich pro Verkaufskanal überschreiben und steht in allen 24 EU-Amtssprachen bereit, mit Englisch als Rückfallebene. Das GARAN-Label, die neue EU-einheitliche Garantie-Kennzeichnung, wird je Produkt gepflegt, greift auf Hersteller und Herstellerproduktnummer zurück und wird an Varianten vererbt. Beide Angaben erscheinen im Warenkorb, auf der Bestellbestätigungsseite und in der Bestätigungs-Mail. Ob und wie die Pflichten auf ein Sortiment zutreffen, bleibt Sache des Händlers: Shopware liefert die technische Grundlage, keine Rechtsberatung.

Community-Sprachen lassen sich direkt in der Administration verwalten. Mehr als 40 von der Community gepflegte Übersetzungen können jetzt unter Einstellungen, Sprachen hinzugefügt und aktuell gehalten werden, ohne Shell-Zugriff, Konsolenbefehle oder ein zusätzliches Plugin. Der Übersetzungsgrad einer Sprache ist schon vor dem Hinzufügen einsehbar, tägliche automatische Updates halten die Texte aktuell, und für individuell angepasste Sprachen lässt sich dieses Auto-Update gezielt abschalten. Für Shops, die neue Märkte erschließen, senkt das die Hürde für weitere Sprachen erheblich.

Die Bestellhistorie zeigt, wer einen Status geändert hat. Bisher schrieb Shopware viele Statuswechsel pauschal dem System zu. Jetzt wird ein vom Kunden über die Storefront ausgelöster Wechsel als "Customer" markiert, und eine Änderung durch einen Mitarbeiter wird dem jeweiligen Benutzer im Kontext seines Verkaufskanals zugeordnet. Im Supportfall lässt sich damit schneller einordnen, was einen Statuswechsel wirklich ausgelöst hat.

Fehlgeschlagene Zahlungen bekommen einen eigenen Ablauf. Das Release liefert einen Standard-Flow für gescheiterte Zahlungstransaktionen mit, samt passender Flow- und Mail-Vorlage. Flows sind die automatisierten Wenn-dann-Abläufe aus dem Flow Builder; hier ist der typische Fall "Zahlung fehlgeschlagen, also Kunde informieren" bereits vorgezeichnet und muss nicht mehr von Hand aufgebaut werden.

Die Suche trifft mehrteilige Begriffe besser. Wenn Kunden nach mehreren Wörtern suchen, ranken Produkte jetzt höher, wenn die vollständige Wortfolge zusammenhängend im Produktinhalt vorkommt. Die Menge der Treffer bleibt gleich, aber die relevantesten stehen weiter oben. Wirksam wird das in Shops mit Elasticsearch, dem optionalen Suchserver für große Kataloge, und zwar ohne zusätzliche Konfiguration.

Dazu kommen kleinere Verbesserungen im Tagesgeschäft: Rule Builder und Flow Builder sind jetzt über einen eigenen Menüpunkt "Automation" erreichbar. Belegdokumente der beiden Format-Generationen V1 und V2 lassen sich gegenseitig öffnen und herunterladen, ältere Archive eingeschlossen. Und eine aktive Versandart muss mindestens einen nutzbaren Preis behalten; das Entfernen des letzten Preises quittiert Shopware nun mit einem klaren Fehler statt einer stillschweigend kaputten Konfiguration.

Für Entwickler

Die Administration versteht jetzt Vue Single File Components. Die Shopware-Administration ist eine Vue-Anwendung; eigene Komponenten ließen sich bisher nur im projekteigenen Baustil erweitern. Jetzt lassen sie sich als klassische .vue-Datei schreiben, die Template, Logik und Style zusammenfasst. Die neue Schnittstelle ist noch als experimentell markiert und soll mit 6.8 stabil werden. Für alle, die aus der regulären Vue-Welt kommen, senkt das die Einstiegshürde in die Plugin-Entwicklung.

Bei der Store API, dem Schnittstellen-Zugang, über den Storefront und Headless-Frontends mit dem Shop sprechen, kommen zwei Routen hinzu. GET /store-api/snippet liefert fertig aufgelöste Übersetzungen mit ETag-Unterstützung, also einem Kennzeichen, an dem ein Frontend erkennt, ob sich etwas geändert hat; die Route ist noch experimentell. GET /store-api/shop-settings gibt den unkritischen, für die Oberfläche relevanten Teil der Konfiguration aus, den ein entkoppeltes Frontend braucht. Passend dazu können Headless-Verkaufskanäle jetzt eigene SEO-URLs erzeugen.

Sicherheitsseitig verlangen jetzt mehr Admin-Endpunkte ausdrückliche Rechte über die ACL, die Zugriffssteuerung nach Rollen, etwa fürs Bearbeiten von Bestellungen, Nummernkreisen, SEO-URLs und Medien. Wer eigene Integrationen mit selbst definierten Rollen gegen die Admin API betreibt, sollte prüfen, ob die genutzten Zugänge die passenden Rechte besitzen.

Neu ist auch eine klarere Unterscheidung zwischen echten Deprecations und geplanten Änderungen: Sogenannte BC-Change-Attribute zeigen strukturiert an, welche Anpassungen an bestehenden Schnittstellen mit kommenden Major-Releases geplant sind und ob sie den Aufrufer oder Erweiterungen betreffen. Das reduziert unnötige Warnungen und hilft, Erweiterungen frühzeitig auf 6.8 vorzubereiten. Am Rande interessant: Der MCP-Server, über den KI-Assistenten Funktionen des Shops nutzen können (MCP steht für Model Context Protocol), läuft jetzt ohne Feature-Flag und ist damit standardmäßig aktiv; welche Werkzeuge eine Sitzung freischaltet, lässt sich pro Verbindung steuern.

Wie in jedem Minor-Release markiert Shopware ältere Schnittstellen als veraltet. Besonders relevant: Die XML-Konfiguration für Services, Routen und Pakete wird mit 6.8 entfernt, künftig gehört das also in PHP- oder YAML-Konfiguration. Veraltet heißt: funktioniert noch, sollte aber nicht mehr für Neues verwendet werden. Wer eigene Plugins pflegt, findet die vollständige Liste im Original-Changelog oben und sollte hineinschauen, bevor der Zweig auf 6.8 wechselt.

Für B2B und kommerzielle Shops

Jenseits der Community Edition bringt das Release zwei größere Bausteine. Die B2B Components geben Händlern mehr Kontrolle über Organisationen: Mitarbeiter aus anderen Unternehmen lassen sich einer Organisation mit fester Rolle zuweisen, und ein globaler Schalter legt fest, welche B2B-Funktionen wie Mitarbeiterverwaltung oder Schnellbestellung für neu registrierte Geschäftskunden von Anfang an aktiv sind. Neu in Shopware Payments ist außerdem der Rechnungskauf, abgewickelt über Ratepay: Der Kunde bestellt zuerst und zahlt die Rechnung später, ohne dass der Shop eine separate Ratepay-Anbindung braucht.

Warum der monatliche Rhythmus zählt

Ein Minor-Update innerhalb desselben Zweigs, hier von 6.7.13 auf 6.7.14, ändert keine Datenbankstruktur im großen Stil und keine Template-Grundlagen. Das Risiko für bestehende Plugins und Themes ist entsprechend überschaubar. Trotzdem gilt das übliche Vorgehen: vorher ein vollständiges Backup von Datenbank und Dateien, danach die Caches leeren und die wichtigsten Abläufe einmal durchklicken. Wer eigene Erweiterungen einsetzt, prüft sie kurz gegen die Deprecations.

Der eigentliche Wert dieser monatlichen Releases zeigt sich erst in der Summe. Einzeln wirkt jede Neuerung klein, aber wer ein halbes Jahr auslässt, steht am Ende vor einem größeren Sprung mit mehr Überraschungen. Genau darum gehört das Einspielen und Bewerten neuer Versionen in einen festen Rhythmus. Auf der Shopware-Seite gibt es dafür Wartungspakete mit regelmäßigem Update-Check, und wer noch auf einer älteren Shopware-Version steht und den Sprung auf einen aktuellen Zweig nicht allein gehen will, findet über die Wartung Unterstützung.

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Shopware Release Update Shopware 6.7
Ralf Siepker

Über den Autor

Ralf Siepker

Senior Software-Entwickler & Solution Architect mit Erfahrung aus 150+ Projekten, Schwerpunkt Shopware 6 und Laravel. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert.

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