Shopware 6.7.10: Neuerungen im Mai
Der Shop öffnet sich für KI-Plattformen
Shopware hat am 6. Mai 2026 die Version 6.7.10 veröffentlicht, das nächste Monats-Update im 6.7-Zweig. Das auffälligste Thema greift eine Entwicklung auf, die weit über Shopware hinausreicht: Produkte sollen nicht nur im eigenen Shop auffindbar sein, sondern auch dort, wo Kunden zunehmend suchen, in KI-Systemen. Der Beitrag ordnet ein, was 6.7.10 konkret dazulegt; die Grundlagen des Zweigs stehen in der Einordnung zum Major-Release 6.7.
Zum Nachlesen: die Release News von Shopware für die Händler-Sicht und die Release-Notes auf GitHub für alle Code-Änderungen.
Was im Shop sichtbar wird
Ein Sales Channel für KI-Plattformen. Shopware führt einen übergeordneten Verkaufskanal ein, über den sich Produkte an mehrere KI-Plattformen verteilen lassen, etwa an ChatGPT. Technisch geschieht das über JSONL-Feeds, also zeilenweise strukturierte Produktdaten, samt Tracking-Funktionen, um die Herkunft von Zugriffen zu messen. Zusammen mit den strukturierten Daten per JSON-LD aus 6.7.9 rüstet Shopware damit den Shop für eine Welt, in der ein Teil der Produktsuche nicht mehr auf klassischen Ergebnisseiten stattfindet. Ob und wie stark sich das auszahlt, wird sich zeigen, aber die technische Grundlage ist gelegt. Wie gut ein Shop selbst für KI-Systeme auffindbar ist, lässt sich mit dem KI-Readiness-Check prüfen.
Open-Graph-Daten je Produkt. Für die Vorschau, die beim Teilen eines Produktlinks in sozialen Netzwerken erscheint, lassen sich jetzt Titel, Beschreibung und Bild pro Produkt individuell steuern. Statt einer generischen Vorschaukarte zeigt ein geteilter Link damit das passende Produkt mit passendem Bild, was die Klickrate aus sozialen Kanälen verbessert.
Mehr Zahlen in Shopware Analytics. Shopware Analytics ist eine kostenlose Erweiterung aus dem Shopware Store (seit Juni 2024, ab Shopware 6.5.7), deren Kennzahlen unabhängig von den Versions-Releases nachwachsen. Neu sind die Conversion Rate, also der Anteil der Besucher, die kaufen, die Umsatzverteilung nach Verkaufskanälen und die beliebtesten Suchbegriffe. Das gibt einen genaueren Blick darauf, was im Shop funktioniert.
Dazu kommen mehrere Detailverbesserungen: eine Funktion, die in Listen automatisch die passendste Variante zu den aktuellen Filtern anzeigt und jetzt auch bei der Filterung in der Storefront greift, in Echtzeit aktualisierte Mindest- und Maximalmengen bei Abverkaufsprodukten, animierte 3D-Modelle in der Storefront und die aus 6.7.8 bekannten internen Bestellkommentare, die jetzt direkt in der Bestellliste sichtbar sind.
Die Stornooption erscheint nur noch bei offenen Bestellungen, die Anreden lassen sich in eine feste Reihenfolge bringen, und bei der Barrierefreiheit wurde an mehreren Stellen nachgebessert, unter anderem beim automatischen Fokus der Cookie-Leiste, im Kaufbereich der Produktseite und beim Filter-Panel, das jetzt eine eigene Landmarke für die Navigation mit dem Screenreader trägt.
Für Entwickler
Sicherheitsrelevant ist ein neuer Rate-Limiter für die Login- und OAuth-Endpunkte, also eine Begrenzung der Anfragen pro Zeit, die das automatisierte Durchprobieren von Zugangsdaten erschwert. Dazu kommen erweiterte Produkt- und Preis-APIs mit Unterstützung für den JSONL-Export als drittes Ausgabeformat, die Verwendung von SHA-256 statt des älteren MD5 für Produktgruppierungen und Hash-Funktionen, und eine App-Validierung, die das Manifest gegen definierte Anforderungen prüft und Fehler früher sichtbar macht.
Die Indexierung der Suchbegriffe von Produkten lässt sich jetzt gezielt abschalten, was bei sehr großen Katalogen Last spart, und eine neue Feldkennzeichnung wasModifiedByUser hält fest, ob ein Datensatz zuletzt von einem Benutzer geändert wurde. Die vollständige Liste der Änderungen und Deprecations steht in den Release-Notes oben.
Nach dem Update gegenprüfen
Ein Minor-Update innerhalb des 6.7-Zweigs, hier von 6.7.9 auf 6.7.10, ändert keine Datenbankstruktur im großen Stil und keine Template-Grundlagen. Das Risiko für bestehende Plugins und Themes ist entsprechend überschaubar. Das übliche Vorgehen gilt trotzdem: vorher ein vollständiges Backup von Datenbank und Dateien, danach die Caches leeren und die wichtigsten Abläufe im Shop einmal durchklicken. Der neue Rate-Limiter ist ein guter Anlass, nach dem Update einen normalen Login gegenzuprüfen, damit legitime Anmeldungen nicht versehentlich ausgebremst werden.
Der eigentliche Wert dieser monatlichen Releases zeigt sich in der Summe. Gerade der KI-Sales-Channel ist ein Baustein, dessen Bedeutung sich erst über die Zeit erweist, den man aber nur nutzen kann, wenn der Shop auf dem aktuellen Stand ist. Auf der Shopware-Seite gibt es dafür Wartungspakete mit regelmäßigem Update-Check, und wer noch auf einer älteren Shopware-Version steht und den Sprung auf einen aktuellen Zweig nicht allein gehen will, findet über die Wartung Unterstützung.
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Über den Autor
Ralf Siepker
Senior Software-Entwickler & Solution Architect mit Erfahrung aus 150+ Projekten, Schwerpunkt Shopware 6 und Laravel. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert.
Aktuelle Verfügbarkeit · Eingeschränkt
Freie Kapazität ab 01.10.2026
Kapazität ist knapp. Kleinere Aufgaben gehen meist trotzdem.
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