Shopware 6.7.9: Neuerungen im April

Shopware 6.7.9: Neuerungen im April

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Ein Release mit einer Pflichtaufgabe

Shopware hat am 17. April 2026 die Version 6.7.9 veröffentlicht, das nächste Monats-Update im 6.7-Zweig. Anders als sonst steht diesmal ein rechtliches Muss im Vordergrund, dazu kommen ein SEO-Baustein und weiterer Ausbau bei Rechnungen und 3D. Der Beitrag ordnet ein, was 6.7.9 konkret dazulegt; die Grundlagen des Zweigs stehen in der Einordnung zum Major-Release 6.7.

Zum Nachlesen: die Release News von Shopware für die Händler-Sicht und die Release-Notes auf GitHub für alle Code-Änderungen.

Was im Shop sichtbar wird

Der Widerrufsbutton kommt, und er ist Pflicht. Ab dem 19. Juni 2026 verlangt der Gesetzgeber, dass Onlineshops Verbrauchern einen elektronischen Weg für den Widerruf anbieten. 6.7.9 liefert dafür ein integriertes Online-Formular: Kunden reichen ihren Widerruf direkt im Shop ein und erhalten eine automatische Bestätigung, ohne dass eine individuelle Entwicklung nötig ist. Für Shopbetreiber ist das der praktisch wichtigste Punkt des Releases, weil er eine gesetzliche Anforderung mit fester Frist abdeckt. Wer 6.7.9 rechtzeitig einspielt, hat das Thema erledigt, statt es kurz vor der Frist unter Druck lösen zu müssen.

Strukturierte Daten per JSON-LD. Die Storefront kann jetzt strukturierte Daten nach Suchmaschinen-Standard ausgeben, im Format JSON-LD, also maschinenlesbare Zusatzangaben, die einer Suchmaschine sagen, was ein Inhalt bedeutet, etwa Produkt, Preis und Verfügbarkeit. Das verbessert die Chancen auf eine gute Darstellung in den Suchergebnissen und ist zugleich für die Sichtbarkeit in KI-Systemen relevant, die solche Auszeichnungen auswerten. Wie gut die eigene Storefront dafür aufbereitet ist, lässt sich mit dem KI-Readiness-Check einordnen.

Shopware löst damit die bisherigen Microdata-Attribute im Markup ab, bei denen die Auszeichnung direkt in den sichtbaren HTML-Tags steckte, zugunsten des kompakteren JSON-LD. Die Funktion lässt sich über ein Feature-Flag aktivieren. Ergänzend werden externe Vorschaubilder über ein CDN unterstützt, also die Auslieferung der Thumbnails über ein Content Delivery Network.

ZUGFeRD auch für Stornobelege. ZUGFeRD ist ein in Deutschland verbreitetes Format für elektronische Rechnungen, das eine lesbare PDF mit eingebetteten, maschinenlesbaren Rechnungsdaten kombiniert, sodass Mensch und System dasselbe Dokument verarbeiten können. Die Grundfunktion steckt seit Shopware 6.6.10.0 im Core; mit 6.7.9 wird sie auf Stornierungen und Gutschriften erweitert. Damit sind auch Korrekturen des Rechnungswegs maschinenlesbar, was die Buchhaltung und die Übergabe an Steuersysteme vereinfacht.

Dazu kommen Detailpunkte: Die aus 6.7.7 bekannte CAD-zu-3D-Umwandlung verlässt den Beta-Status, und der Copilot merkt sich den Gesprächsverlauf, um schneller an frühere Fragen anzuknüpfen.

B2B und Erweiterungen

Für größere Setups stellt Shopware mit Nexus eine eventgesteuerte Plattform zur Workflow-Automatisierung als Beta vor: Sie übersetzt Store-Events wie Bestellungen oder Registrierungen in automatisierte Abläufe zwischen Shopware und angebundenen Systemen wie ERP, CRM oder PIM, statt sie über eigene Middleware zu bauen. Wer n8n oder ähnliche Automatisierungswerkzeuge kennt, ist mit dem Prinzip sofort vertraut.

Dazu kommen ein Blueprint für Produkt-Bundles, also kuratierte Produkt-Sets fürs Cross-Selling, und ein Explosionsgrafik-Block, der komplexe Produkte interaktiv in ihre Bestandteile zerlegt, was vor allem für das Ersatzteilgeschäft interessant ist. Diese Elemente gehören zu den kommerziellen Angeboten und sind nicht Teil der frei verfügbaren Community-Edition, was zur ehrlichen Einordnung dazugehört.

Für Entwickler

Unter der Oberfläche steht ein neues Storefront-Component-System zusammen mit einem globalen JavaScript-Event-System, das die Kommunikation zwischen Storefront-Bausteinen vereinheitlicht. Die Admin-Suche nutzt jetzt OpenSearch für mehr Tempo, es gibt Erweiterungen an der API, etwa neue Newsletter-Routen und ergänzte OpenAPI-Schemas, und die Konfiguration von Staging-Umgebungen, also von produktionsnahen Testsystemen, wurde ausgebaut.

Für das Datenmodell kommen neue Feldtypen hinzu, darunter eigene Typen für E-Mail-Adressen, Passwörter, Listen und Preise, die Erweiterungen sauberer und typsicherer machen. Dazu kommen ein geplanter Task, der abgelaufene Datensätze zur Kontowiederherstellung aufräumt, Unterstützung für langlaufende MySQL-Verbindungen und die Möglichkeit, für die Anbindung an S3-Speicher einen eigenen HTTP-Client einzuhängen. Die vollständige Liste der Änderungen und Deprecations steht in den Release-Notes oben.

Warum dieses Update nicht warten sollte

Ein Minor-Update innerhalb des 6.7-Zweigs, hier von 6.7.8 auf 6.7.9, ändert keine Datenbankstruktur im großen Stil und keine Template-Grundlagen. Das Risiko für bestehende Plugins und Themes ist entsprechend überschaubar. Bei diesem Release lohnt sich das Einspielen aber aus einem konkreten Grund: Der Widerrufsbutton wird zur Pflicht, und die Frist im Juni 2026 kommt näher. Das übliche Vorgehen gilt trotzdem: vorher ein vollständiges Backup von Datenbank und Dateien, danach die Caches leeren und die wichtigsten Abläufe im Shop einmal durchklicken, den neuen Widerrufsweg eingeschlossen.

Der eigentliche Wert dieser monatlichen Releases zeigt sich in der Summe, hier aber auch im Einzelfall. Auf der Shopware-Seite gibt es dafür Wartungspakete mit regelmäßigem Update-Check, der neue Versionen und rechtlich relevante Neuerungen früh auf den Schirm holt. Wer noch auf einer älteren Shopware-Version steht und den Sprung auf einen aktuellen Zweig nicht allein gehen will, findet über die Wartung Unterstützung.

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Shopware Release Update Shopware 6.7
Ralf Siepker

Über den Autor

Ralf Siepker

Senior Software-Entwickler & Solution Architect mit Erfahrung aus 150+ Projekten, Schwerpunkt Shopware 6 und Laravel. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert.

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