Shopware 6.7.7: Neuerungen im Februar
Messen, Zustimmen, Darstellen
Shopware hat am 2. Februar 2026 die Version 6.7.7 veröffentlicht, das nächste Monats-Update im 6.7-Zweig. Die Themen diesmal liegen dicht an den Punkten, an denen Shops rechtlich und wirtschaftlich empfindlich sind: bei der Auswertung von Nutzerverhalten, bei der Einwilligung in Cookies und bei der Produktdarstellung. Der Beitrag ordnet ein, was 6.7.7 konkret dazulegt; die Grundlagen des Zweigs stehen in der Einordnung zum Major-Release 6.7.
Zum Nachlesen: die Release News von Shopware für die Händler-Sicht und die Release-Notes auf GitHub für alle Code-Änderungen.
Was im Shop sichtbar wird
Das Google-Analytics-4-Tracking wird ausführlicher. Die an Google Analytics 4 gemeldeten E-Commerce-Ereignisse enthalten jetzt mehr Daten, etwa Währung, Warenkorbwert und Produktkategorie. Neu erfasst werden unter anderem Wunschzettel-Aktionen, Warenkorb-Ansichten sowie Versand- und Zahlungsangaben, und der Checkout-Trichter, also der Weg vom Warenkorb bis zum Kaufabschluss, wird feiner abgebildet. Wer sein Marketing auf Zahlen stützt, bekommt damit ein genaueres Bild, wo Kunden abspringen.
Der Cookie-Consent wurde überarbeitet. Die Einwilligung in Cookies wird jetzt sprachabhängig gespeichert, Schalter ersetzen die bisherigen Kontrollkästchen, und verbesserte ARIA-Attribute, also die zusätzlichen Beschriftungen für Screenreader, erhöhen die Barrierefreiheit. Gerade beim Einwilligungsbanner, das jeder Besucher als Erstes sieht, zahlt sich saubere Bedienbarkeit unmittelbar aus.
Die Produktdarstellung bekommt mehr 3D. 3D-Dateien lassen sich jetzt direkt im Medienmodul der Administration ansehen und interaktiv drehen, zoomen und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Ergänzend wandelt eine noch als Beta gekennzeichnete Funktion bestehende CAD-Dateien mit einem Klick in webtaugliche, schnell ladende Modelle im .glb-Format um. Das setzt die schrittweise ausgebaute 3D- und AR-Darstellung der vorigen Releases fort.
Ein Verhaltenswechsel gehört hervorgehoben: Custom Fields, also die frei definierbaren Zusatzfelder, sind jetzt standardmäßig nicht mehr durchsuchbar. Wer ein Feld weiterhin in der Suche haben will, aktiviert dafür ausdrücklich die Option und baut den Suchindex einmal neu auf. Das entlastet die Suche von Feldern, die dort nie gebraucht wurden. Dazu kommen konkrete Korrekturen: Auf dem iPhone funktioniert der erste Fingertipp auf die Buttons der Produktdetailseite wieder zuverlässig, nach dem Wartungsmodus landen Besucher wieder auf ihrer ursprünglichen Seite statt auf der Startseite, und die maximale Länge von Medienpfaden wurde deutlich erhöht.
Für Entwickler
Unter der Oberfläche steht ein größerer Schritt: Das zugrunde liegende Symfony-Framework wurde auf Version 7.4 gehoben. Das hält die technische Basis aktuell, kann aber für eigene Erweiterungen relevant sein, die direkt auf Symfony-Komponenten aufsetzen. Dazu kommt bessere Performance bei komplexen Abfragen im Data Abstraction Layer (DAL), der Zugriffsschicht auf die Datenbank, und bei großen Katalogen. Die tag-basierte Cache-Invalidierung, also das gezielte Verwerfen zwischengespeicherter Inhalte anhand von Markierungen, arbeitet mit dem verbesserten HTTP-Cache zusammen und führt die Cache-Modernisierung aus 6.7.6 weiter.
Ein technischer Hinweis für Entwickler: Der neue product.type ersetzt die veralteten product.states; wer eigene Logik daran hängt, sollte das anpassen. Neu ist außerdem eine Immutable-Kennzeichnung für Datenfelder, die einen Wert nur beim Anlegen erlaubt und spätere Änderungen mit einem Fehler abweist, etwa für den Namen und Typ eines Custom Fields.
Auf der Performance-Seite ist der ProductCategoryDenormalizer, der die Zuordnung von Produkten zu Kategorien aufbereitet, von einem vollständigen Tabellendurchlauf auf indizierte Zugriffe umgestellt, was auf großen Katalogen einen dramatischen Unterschied macht, und ein neues Cache-Ereignis erlaubt es, eine einzelne Antwort gezielt vom Zwischenspeichern auszunehmen. Die vollständige Liste der Änderungen und Deprecations steht in den Release-Notes oben.
Beim Update genauer hinsehen
Ein Minor-Update innerhalb des 6.7-Zweigs, hier von 6.7.6 auf 6.7.7, ändert keine Datenbankstruktur im großen Stil und keine Template-Grundlagen. Das Risiko für bestehende Plugins und Themes ist entsprechend überschaubar. Wegen des Symfony-Sprungs und des geänderten product.type lohnt sich hier ein etwas genauerer Blick auf eigene Erweiterungen als bei den kleineren Vormonaten. Das übliche Vorgehen gilt ohnehin: vorher ein vollständiges Backup von Datenbank und Dateien, danach die Caches leeren und die wichtigsten Abläufe im Shop einmal durchklicken.
Der eigentliche Wert dieser monatlichen Releases zeigt sich in der Summe. Einzeln wirkt jede Neuerung überschaubar, aber wer den Rhythmus hält, hat am Ende einen Shop, der genauer misst und sauberer darstellt. Auf der Shopware-Seite gibt es dafür Wartungspakete mit regelmäßigem Update-Check, und wer noch auf einer älteren Shopware-Version steht und den Sprung auf einen aktuellen Zweig nicht allein gehen will, findet über die Wartung Unterstützung.
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Über den Autor
Ralf Siepker
Senior Software-Entwickler & Solution Architect mit Erfahrung aus 150+ Projekten, Schwerpunkt Shopware 6 und Laravel. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert.
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