Ist die Website KI-ready?
Warum KI-Lesbarkeit plötzlich zählt
Ein wachsender Teil der Produkt- und Dienstleister-Recherche läuft nicht mehr über eine Suchergebnisliste, sondern über eine Antwort: ChatGPT, Claude, Perplexity und Googles AI Overviews fassen zusammen, vergleichen und empfehlen. Diese Systeme greifen dafür auf Websites zurück, aber nur auf solche, die sie technisch lesen und einordnen können. Eine Seite, deren robots.txt die KI-Crawler aussperrt, deren Inhalte ohne strukturierte Daten daherkommen oder die erst nach Sekunden antwortet, findet in diesen Antworten schlicht nicht statt.
Ob eine Website diese Grundvoraussetzungen erfüllt, lässt sich objektiv prüfen. Genau dafür gibt es auf comwerft.de den KI-Readiness-Check: kostenlos, ohne Anmeldung, geprüft werden nur öffentlich abrufbare Seiten. Dieser Beitrag zeigt den Ablauf am eigenen Beispiel, mit comwerft.de als geprüfter Domain.
Schritt 1: Domain eingeben
Der Einstieg ist ein einzelnes Eingabefeld. Domain eintragen, prüfen, fertig. Der Check läuft in wenigen Sekunden durch und holt sich dabei die Startseite, die robots.txt, die llms.txt und die XML-Sitemap.

Schritt 2: Das Ergebnis lesen
Das Ergebnis ist ein Score von 0 bis 100 mit Ampel-Einordnung, gegliedert in drei Gruppen: Crawlbarkeit & Technik, Strukturierte Daten sowie Inhalt & Semantik. comwerft.de erreicht 100 von 100, jede der neun Prüfungen steht auf Grün.

Was im Einzelnen geprüft wird:
- HTTPS und erreichbare Startseite: antwortet die Seite verschlüsselt mit Status 200? KI-Crawler brechen bei Fehler-Statuscodes ab.
- Antwortzeit: langsame Seiten werden seltener und flacher gecrawlt. comwerft.de antwortet in 144 ms.
- robots.txt und KI-Crawler: dürfen GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot und Google-Extended die Seite lesen? Viele Seiten sperren KI-Crawler aus, oft ohne dass der Betreiber es weiß, weil ein Plugin oder eine Firewall die Regel gesetzt hat.
- XML-Sitemap: finden Crawler alle Seiten zuverlässig?
- Strukturierte Daten (JSON-LD): erst mit schema.org-Typen wie Organization oder Product verstehen Maschinen, worum es auf der Seite geht, statt es aus dem Fließtext zu raten.
- Title, Meta-Description, Überschriften-Struktur, Sprachauszeichnung: die Basis, aus der Snippets und KI-Zusammenfassungen entstehen.
- llms.txt als Bonus: eine kuratierte Inhaltsübersicht speziell für KI-Systeme. Kein Muss, aber ein Plus, und noch selten genug, um aufzufallen.
Nebenbei erkennt der Check das eingesetzte Shop- oder CMS-System. Das macht die Empfehlungen konkreter, denn eine fehlende Sitemap behebt sich in Shopware anders als in WordPress.
Was ein Score von 100 bedeutet, und was nicht
Hier ist Ehrlichkeit wichtiger als eine schöne Zahl. Der Schnellcheck misst die technische Lesbarkeit: Kann eine KI die Seite abrufen, verstehen und korrekt zuordnen? Das ist objektiv, verifizierbar und in Tagen umsetzbar.
Er misst nicht, ob KI-Systeme die Marke bei passenden Fragen tatsächlich kennen und nennen. Diese zweite Ebene hängt an Reichweite, Erwähnungen, Backlinks und dem Alter der Marke, und sie baut sich über Monate auf, nicht in Tagen. Die 100 Punkte für comwerft.de sind dafür selbst das beste Beispiel: technisch ist die Seite sauber lesbar, als junge Domain muss sich die Bekanntheit in den KI-Systemen aber erst noch aufbauen. Das ist kein Widerspruch, sondern die normale Reihenfolge. Die technische Lesbarkeit ist die Voraussetzung, die Bekanntheit der langsamere zweite Schritt.
Werbeversprechen, die aus einer einzelnen Zahl eine „KI-Sichtbarkeit" machen und daraus direkt einen Handlungsdruck ableiten, verschweigen genau diese Unterscheidung. Der Schnellcheck hier sagt deshalb dazu, was er prüft und was nicht.
Schritt 3: Die ausführliche Analyse
Der Schnellcheck kratzt bewusst an der Oberfläche, neun automatisierte Prüfungen gegen vier Quellen. Wer tiefer einsteigen will, kann direkt unter dem Ergebnis eine ausführliche Analyse anfragen. Die schaut manuell genauer hin: mehrere Unterseiten statt nur der Startseite, die robots.txt vollständig gegen alle relevanten KI-Crawler, die inhaltliche Qualität der strukturierten Daten und die Frage, ob die Inhalte die Fragen beantworten, die Kunden einer KI tatsächlich stellen. Das Ergebnis ist eine kompakte PDF mit priorisierten Handlungsempfehlungen.

Während der Beta-Phase ist die ausführliche Analyse kostenlos und unverbindlich, ohne Zusage zu Umfang oder Bearbeitungszeit. Eine Bedingung gibt es: Die Anfrage muss sich auf die eigene Domain beziehen, eine Checkbox bestätigt den Bezug als Inhaber, Betreiber oder Beauftragter. Neugier-Checks auf fremde Websites sind nicht der Zweck.
Was der Report aufzeigt
Der Report gliedert die Befunde nach Priorität, jeder mit Beleg und Datum der Prüfung, und mündet in einen Maßnahmenplan, der Aufwand und Wirkung je Maßnahme gegenüberstellt. Dazu kommt eine Einschätzung dessen, was bereits stark ist, denn eine Analyse, die nur Mängel auflistet, unterschlägt die halbe Wahrheit. Ein anonymisierter Ausschnitt aus einem echten Report zeigt, wie das aussieht:

Das Beispiel zeigt auch, warum die manuelle Analyse mehr sieht als jeder automatische Check: Die wirkungsvollste Maßnahme für diesen Kunden war keine technische, sondern eine veraltete Bewertungsbasis im Google-Business-Profil. Auf so einen Befund kommt kein Skript, das Statuscodes prüft. Am Ende steht eine strategische Empfehlung, die die Einzelbefunde zu einer Reihenfolge verdichtet: erst das, was mit geringem Aufwand die größte Wirkung bringt.
Selbst ausprobieren
Der Check kostet nichts und dauert Sekunden: comwerft.de/ki-check. Wer nach dem Ergebnis Punkte auf Rot oder Gelb sieht und sie nicht selbst beheben will, findet dort auch direkt den Weg zur Umsetzung. Und wer wissen will, warum KI-Werkzeuge zwar beeindruckend schnell 80 Prozent liefern, die letzten 20 Prozent aber Handwerk bleiben, liest im Beitrag Pareto in Zeiten von KI weiter.
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Über den Autor
Ralf Siepker
Senior Software-Entwickler & Solution Architect mit Erfahrung aus 150+ Projekten, Schwerpunkt Shopware 6 und Laravel. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert.